Anlässlich des 30. Jubiläums der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls reisten die Sozialwissenschaftsleistungskurse Q1 und Q2 mit Herrn Austermann und Frau Meine-Falk sowie der Begleitung von Herrn Malz ein verlängertes Wochenende nach Berlin und konnten die Festlichkeiten am 9.11. hautnah miterleben.

Neben einer großen Bühnenshow am Brandenburger Tor mit nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern und Ansprachen bedeutender Politikerinnen und Politikern stand das Wochenende ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der einst geteilten Stadt. Schon auf der Hinreise verschafften sich die Kurse bei einem Halt auf der Raststätte Marienborn einen ersten Eindruck davon, wie der einstige Grenzübergang Helmstedt-Marienborn Ost und West voneinander trennte. Am nächsten Tag konnten die SuS beim „Timeride Berlin“ sogar das geteilte Berlin der 80er Jahre virtuell erleben. Unbedingt empfehlenswert ist diese nicht nur lehrreiche, sondern höchst vergnügliche Busreise mit VR-Technologie, die vom Checkpoint Charlie ausgeht und am eigenen Leib erfahren lässt, wie man sich fühlt, wenn Wachposten den Weg versperren, um Passagiere zu kontrollieren. Auch der anschließende Besuch im Mauermuseum bot spannende Informationen zum Checkpoint Charlie seit der Panzerkonfrontation 1961 bis zum Mauerfall 1989. Besonders die plastisch dargestellten Fluchtversuche aus dem Osten in den Westen stießen auf reges Interesse. Höhepunkt unserer Reise war sicherlich der Besuch im Bundestag. Direkt am Anreisetag stand dessen Besichtigung auf dem Programm – inklusive Besuch des Plenarsaals. Wir hatten das Glück, zwei Debatten verfolgen zu dürfen. Zunächst ging es um das Thema „Kapitalinteressen im Gesundheitswesen“, danach folgte eine aktuelle Anfrage der FDP: „Durchsetzung des Rechtsstaates im Falle Ibrahim Miri.“ Hier ging es um den heiklen Fall, dass Miri trotz Einreise- und Aufenthaltsverbot in Deutschland einreiste und einen Asylantrag stellte. In diesem Zusammenhang hatten wir die Gelegenheit, einen Redebeitrag des Bundesinnenministers Horst Seehofer zu erleben, der einen Erlass für verstärkte Kontrollen an Außen- und Binnengrenzen angeordnet hatte. Direkt im Anschluss an die Debatte, die wir leider nicht ganz bis zum Schluss verfolgen konnten, stand ein Besuch bei dem Abgeordneten Helge Lindh auf dem Programm, Inhaber des Direktmandats im Bundeswahlkreis Wuppertal I. Dieser ließ sich zunächst von einem Mitarbeiter vertreten, da er selber noch einen Redebeitrag zu leisten hatte. Sein Mitarbeiter war für alle Fragen offen und verdeutlichte die Arbeit des Bundestages als Arbeitsparlament allgemein und die Arbeit der einzelnen Abgeordneten sehr anschaulich. Frisch aus dem Plenarsaal eingetroffen, stieß Herr Lindh zu guter Letzt doch noch zu uns und stand noch für ein kurzes Gespräch zu Verfügung. Er versprach, die fehlende Zeit bei uns in der Schule nachzuholen. Wir nehmen ihn beim Wort!