Das CDG-Musicalprojekt beschäftigt sich „Grimms Märchen“ und erzählt „die wirklich wahre Geschichte von Rotkäppchen und ihrem Wolf“

Lange war es ruhig um das CDG-Musicalprojekt, die letzten Aufführungen vom Musical „Jekyll & Hyde“ waren im November 2016 im Wuppertaler Opernhaus und danach gab es erstmal eine ziemlich lange Schaffenspause im 2. Halbjahr des vergangenen Schuljahres. Aber wer genau hinsieht oder –hört, hat es längst bemerkt, denn im Hintergrund arbeitet es inzwischen schon eine ganze Weile wieder! Seit Beginn dieses Schuljahres beschäftigen sich 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis Q2 mit Grimms Märchen, genauer mit der „wahren Geschichte von Rotkäppchen und ihren Wolf“. Wahre Geschichte? Ist doch eh ein Märchen, oder was jetzt? Und wieso überhaupt ein Märchen, ist das etwa ein Musical für die Kleinen? Ganz im Gegenteil!

Worum geht’s also?
Mit dem bösen Wolf hat eigentlich jeder im Dorf schon seine schlechten Erfahrungen gemacht hat: Mutter Gisela Geiß mit ihren sieben kleinen Geißlein, die drei Schweinchen Dicklinde, Doof und Schlau, der alte Hofhund Sultan und sein Sohn, der junge Jäger Rex. Dem aufmüpfigen Rotkäppchen, das sowieso lieber Dorothea genannt werden möchte, ist das alles ziemlich egal (obwohl sie es aus eigener Erfahrung eigentlich besser wissen müsste) und es begibt sich, wahrscheinlich auch ziemlich fasziniert von den Gruselmärchen, die ihr alle erzählen, in den Wald. Dort stellt sich heraus, dass der junge Wolf namens Grimm nicht nur nicht böse, sondern auch ausgesprochen interessant und vor allem ziemlich heiß ist. Grimm ist ein Aussteiger, und das Rotkäppchen ist von seiner freiheitsliebenden Art fasziniert und fühlt sich von ihm angezogen – was auf Gegenseitigkeit beruht. Der Wolf hatte bisher nur Kontakt zu Schweinchen Wild, einer Wildsau, und zu Oma Eule. Schweinchen Wild ist anfangs von der Idee, dass Wolf und Mensch eine Freundschaft oder gar Beziehung haben können gar nicht überzeugt. Allerdings hat sie selbst ein ihr widernatürlich erscheinendes Faible für das im Dorf lebende Schweinchen Dicklinde, welche ebenfalls eine Sau ist. Nur Oma Eule ist für Wald- und Dorfbewohner gleichermaßen offen, weil sie das Leben hier und dort kennengelernt hat. Oma Eule hat mütterliche Gefühle für das Rotkäppchen, und unter ihrem Einfluss beschließt das Mädchen, Grimm mit ins Dorf zu nehmen, um allen Gerüchten ein Ende zu setzen. Sie ahnt jedoch nicht, was sie damit auslöst, denn das Dorf entpuppt sich als intriganter (Sau-)Haufen. Die Dorfbewohner scheinen sich mit ihrem Märchen vom bösen Wolf ausgesprochen wohl zu fühlen und machen es dem Rotkäppchen ziemlich schwer, sich durch das Dickicht von Vorurteilen zu kämpfen.

Das Autorenteam dieses Musicals - Thomas Zaufke und Peter Lund - bürsten mit dieser gewitzten Neuinterpretation die ewige Geschichte von Gut und Böse einmal kräftig gegen den Strich. Herausgekommen ist dabei ein unterhaltsames wie kluges Stück über Wahrheit und Lüge, eine große Freundschaft und die kleine Nuance zwischen schwarz und weiß; mit spannungsvoll abwechslungsreich komponierter Musik von Barock über tollen Klamauk bis hin zum 21. Jahrhundert, die vom Ohr direkt ins Herz geht. Davon können alle Mitwirkenden buchstäblich ein Lied singen, denn die Ohrwürmer gehen allen überhaupt nicht mehr aus dem Kopf…

Nach inzwischen drei Probenfahrten und Workshops nimmt das CDG-Musical langsam immer mehr Gestalt an, die Schritte der anspruchsvollen Choreografien sitzen immer besser, Texthänger gibt es immer seltener, die MusikerInnen arbeiten sich durch einen Urwald von Vorzeichen und Tonarten (so arg war es noch nie!) und die SängerInnen perfektionieren Intonation und Interpretation in den vielstimmigen Chor- und Solosätzen. In der Kunst und im Multifunktionsraum entsteht allmählich ein märchenhaftes Bühnenbild, welches z.T. von den Werkstätten der Wuppertaler Bühnen nach unseren Entwürfen gebaut wurde.

Im Juni ist es dann soweit, dass wir das Musical „Grimm!“ auf die CDG-Bühne bringen werden, bis dahin proben alle Beteiligten auf der Zielgeraden unermüdlich weiter.
Und wir warnen unermüdlich: Geh(t) NIEMALS in den Wald! Warum? Das verraten wir euch erst im Juni…

Mitwirkende:
Bühnenensemble, Mittel- und Oberstufenchor, Musicalorchester, Technik (alles Jgst. 6-Q2, Ehemalige und Gäste)

Das Musicalteam:
Corinna Windhoff, Max Lahme, Annette Engelmann, Gabi Barrenstein, Jörg Wassermann

Aufführungstermine:
Februar 2019 im Opernhaus