Internationalität: Bezeichnet dieser Begriff in seiner politischen Bedeutung recht eindeutig die 'Über-' oder 'Zwischenstaatlichkeit' gesetzlicher Regelungen, so schillert er in seinem alltäglichen Gebrauch zwischen sprachlich-kultureller Vielfalt und grenzüberschreitendem Handeln. In jedem Fall betont man das Umgreifende und Verbindende angesichts des Trennenden, die Ähnlichkeiten und Vergleichbarkeiten in dem, worin man sich unterscheidet. Voraussetzung hierbei ist, dass man sich auf den Weg macht, diesen Zwischenbereich des Internationalen zu erkunden, ohne sich vorschnell von der hergebrachten Unterscheidung von „Identität“ und „Differenz“ (ver-)leiten zu lassen.

Unter dem Motto „CDG goes international“ machten sich die Schülerinnen und Schüler des CDGs am 01. und 02.09.2016  im Rahmen zweier Projekttage gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern auf diesen Weg. In zahlreichen Projekten beschäftigten sich alle Jahrgangsstufen an diesen Tagen mit europäischen und globalen Themen: Neben informierenden Projekten zum Alltag und zu den Traditionen unterschiedlicher Länder wurden auch kritische Perspektiven entwickelt, etwa zu den „Auswirkungen der olympischen Spiele auf Brasilien“, zu den Themen „Fair Trade“ und „Verfolgte Künstler“ oder zum Einfluss „internationaler Klischees“. Projekte, welche die Vielfalt im internationalen Vergleich thematisierten („Spiele aus aller Welt“, „Schriften aus aller Welt“, „Sportarten der Welt“, „Nationalhymnen“), standen neben solchen, die das Exotische und Befremdliche des Fremden vorführten („Aids-Waisen in Uganda“, „Schulalltag in Marokko“, „Kinder im Urwald“, „Extreme Lebensbedingungen“).

Dass die Schülerinnen und Schüler hierbei auch auf reichhaltige eigene Erfahrungen zurückgreifen konnten, zeigt allein schon die Vielfalt der kulturellen Hintergründe, welche am CDG vertreten sind und – mal sichtbar, mal eben 'hintergründig' – das Zusammenleben an unserer Schule mitprägen. So boten die zwei, maßgeblich von der Schülervertretung initiierten Projekttage nicht allein Gelegenheit, sich sachlich über die eigenen staatlichen und kulturellen Grenzen hinaus zu informieren und neu erworbenes Wissen für andere am Präsentationstag, dem 03.09.16, nachvollziehbar und unterhaltsam aufzubereiten. Vielmehr ergab sich grundsätzlich die Notwendigkeit, über die Internationalität der eigenen Schule nachzudenken: „Wir sind international“, stellte Schulleiterin Frau Schwarz ohne Umschweife fest.

Dass das CDG aufgrund dieser Offenheit für das Vielfältige auch als neue Heimat empfunden wird, zeigte die Integrationsklasse mit ihrem Filmprojekt.  Die vielen Alltagseindrucke aus dem Wppertaler Alltag gaben nicht allein einen Einblick in die Lebensperspektiven der so genannten 'Integrationsschüler', deutlich wurde überdies, dass das CDG als verlässliche Basis ein tragendes Element im Integrationsprozess ist.

Dass das CDG selbst in aller Welt unterwegs ist, zeigte das Projekt Schüleraustausch, in dem die vielfältigen Möglichkeiten präsentiert wurden, die Schülerinnen und Schülern des CDGs einen Auslandsaufenthalt ermöglichen. Auch die Klasse 7d präsentierte eindrücklich und mit einem ironischen Augenzwinkern die Internationalität der Schülerschaft mit kleinen Einaktern,die jeweils eine landestypische Alltagssituation darstellten und die sämtlich in der jeweiligen Landessprache vorgetragen wurden. Eine interessante Erfahrung ergab sich hierbei dadurch, dass es trotz der Sprachbarrieren keine Verständnisprobleme beim Publikum gab. Neben Projekten, welche die unterschiedlichen Traditionen und Bräuche verschiedener Nationen vorführten („CDG cooks international“), gab es solche, die sich auf ein Land und seine wesentlichen Merkmale konzentrierten (z.B. Marokko).

Andere Projekte setzten thematische Akzente, denen grenzüberschreitend nachgespürt wurde. „Pferde gibt es überall“, hieß es beispielsweise schlicht, aber wahr in einer Projektmappe der Gruppe „Pferde international“. Bei der Erkundung unterschiedlicher Hochzeitrituale aus aller Welt konnte man erstaunliche Gemeinsamkeiten in den Traditionen erkennen. Was die Schülervertretung, die das gesamte Projekt maßgeblich anregte, mit einer aufwendigen Umfrage und den daraus abgeleiteten Statistiken empirisch zu belegen versuchte, machte die Rauminstallation „Gesichter der Welt“, die in ebenso irritierenden wie beeindruckenden Fotocollagen unterschiedliche Schülergesichter zu neuen Physiognomien vereinte, schließlich unmittelbar anschaulich: Internationalität ist am CDG kein Additum, wie das neue Kürzel CDG+i manchmal irrtümlich suggeriert, sondern ein integraler Bestandteil des Schullebens.


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