Eine spannende Reise ins Land der Träume - Kindermusical am CDG

Kurz vor Ende eines laaaangen Schuljahres (29.06.2016) hörte das gespannte Publikum im PZ des CDGs unter beifälligem Nicken das Lied der genervten SchülerInnen aller Schulen „Ich will woanders hin“ und „Ich will einfach nur noch fort, fort von Stress und Pflichten“. Ja, und wohin wünschen sich alle, Kinder wie Erwachsene? An den Ort, wo „ich sorgenfrei und glücklich bin“.

Nach diesem schwungvollen Auftakt des Unterstufenchores spielten die SchülerInnen Lucy (Hiba, 6c) und Ben (Luca, 6c) eindrucksvoll vor, wie genervt und angestrengt sie vom Schullalltag sind. Sie sinken erschöpft in tiefen Schlaf und möchten nur noch von den großen Ferien träumen.

Im Schlaf begegnen sie den Schlaraffen (SchülerInnen der 6c), die nicht nur sonderlich gekleidet und über und über mit Lebensmitteln ausstaffiert sind, sondern die einen ganz beneidenswerten Lebensstil pflegen. Denn sie müssen nur zwei Regeln in ihrer Schlaraffenwelt gehorchen: „Nach dem Schlafen wird gegessen“ und „Nach dem Essen wird geschlafen“. Herrlich! Super! Was für ein Paradies!

Doch, schon nach kurzer Zeit wird es Lucy und Ben langweilig, unendlich langweilig. Immer nur herumhängen und essen? Uäää, das ist doch auch nichts. Irgendwann bekommt man nichts mehr in den Magen rein, und immer nur schlafen und schnarchen? Nein, das ist dann doch auch nichts.

Sie schlagen den verblüfften Schlaraffen Alternativen vor. Zunächst ist es Spielen, das bei den ungeübten Schlaraffen zu Handkrämpfen beim Würfeln führt. Dann sogar Sport, der für Alpträume sorgt. Als nächstes schlagen die beiden das Lesen vor, aber die Schlaraffen kennen nur ein Kochbuch, und das ist auch verschollen. Auch das Theater erscheint total anstrengend, man bekommt Blasen an den Händen vom Klatschen. Schließlich schlagen die Kinder vor, doch auf die Reise zu gehen und die riesengroße Welt zu entdecken, statt nur im Bett zu chillen.

Nach diesem Traum vom Schlaraffenland ist Lucy und Ben klar, dass Nichtstun und Faulsein auf Dauer keine Lösung sind. Auch wenn man mal keine Lust hat, das Leben läuft draußen ab, die Welt ist bunt und interessant und will aktiv entdeckt werden.

Dem pflichtete das begeisterte Publikum aus SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen des Carl-Duisberg-Gymnasiums mit ausdauerndem Beifall zu.

Die Schauspieler der Klasse 6c spielten die Erlebnisse auf der Bühne (Text und Regie Margit Schimanowski) ambitioniert und überzeugend.

Die Lieder des Kindermusicals „Schlaraffentheater“ (C., J., S. Overbeck) wurden dynamisch vom Unterstufenchor der Klassen fünf und sechs (Leitung Jörg Wassermann) vorgetragen, der vom Orchester (SchülerInnen der Klassen fünf und sechs, mit Unterstützung des Musicalorchesters, Leitung Corinna Windhoff, mit Max Lahme) begleitet wurde.
Die phantasievollen Kostüme, die Requisiten und das Bühnenbild hatten die Kinder unter Anleitung von Ute Kregeloh und Sabine Scheifers selbst gestaltet. Unterstützt wurde der gelungene Abend auch durch die technische Ausstattung in Form von Mikrophonen und Licht (Jörg Wassermann mit Unterstützung von Mirko Foerster und  Marcel Johanns).

Insgesamt zeigt das Projekt „Kindermusical“ eindrucksvoll die Integration unterschiedlicher Personengruppen und Fachrichtungen an unserer Schule.
Die Kinder und LehrerInnen verschiedener Klassen und Jahrgangsstufen kommen zusammen und es werden Ergebnisse des Deutsch-, Kunst- und Musikunterrichtes gezeigt.
Die Eltern und weiteren Verwandten sehen ihre Kinder in einer ganz anderen Rolle als sonst und sind überrascht, was sie leisten können.
Und die teilnehmenden Kinder erleben, dass ihre Mitarbeit zum Gelingen eines tollen gemeinsamen Projektes beiträgt, dass die Mühe sich lohnt, dass man sehr stolz auf sich selbst sein kann.
So zeigt sich eben, dass letztlich das wirkliche „Schlaraffenland“ nicht in Passivität, sondern in gemeinsamer Aktivität besteht.

Text und Photos: Ulrike Bergmann