Nach insgesamt 17 Monaten Arbeit haben wir das Unterfangen „Dracula“ am 26. und 27. Februar 2013 im Wuppertaler Opernhaus zum erfolgreichen Abschluss gebracht. Unter Mobilisierung aller verfügbaren Kräfte der 130 Mitwirkenden (leider etwas dezimiert durch heftige Grippeerkrankungen) und Mitarbeiter der Wuppertaler Bühnen konnten beide Besetzungen nach ziemlich chaotischen Generalproben ;) wirklich großartige Aufführungen unter professionellen Bedingungen auf die Opernhausbühne bringen!
Ein großes Lob und Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass diese Tage so überhaupt stattfinden konnten:

  • der Schulleitung und allen KollegInnen des CDG, die sehr nachsichtig mit uns allen waren ,
  • allen mitwirkenden SchülerInnen, insbesondere denen, die mit LSE 8 und Vorabiklausuren doppelt belastet waren,
  • allen mitwirkenden KollegInnen und Eltern, die uns so toll unterstützt haben,
  • den ehemaligen Schülern, Kollegen und Pensionären, die viel Wochenend-Zeit für „Dracula" investiert haben,
  • den vielen elterlichen Transporthelfern, ohne die wir weder unser ganzes Equipment noch die sperrigen Instrumente von A nach B bekommen hätten.


Das Spannende an einer Musicalproduktion besteht ja u.a. darin, dass am Ende alle „Fäden“, die in den Bereichen Schauspiel, Tanz, Musik getrennt gesponnen werden, zu einem runden Ganzen zusammengefügt werden müssen. Trotz der Wiederaufnahme des Stückes (man glaubt ja immer, dabei weniger Arbeit zu haben, was aber leider noch nie eingetreten ist…) gab es jedoch im Vorfeld viel Neues zu bedenken, was mit den völlig veränderten Bedingungen im Opernhaus zusammenhängt. So gab es für Chor und Orchester eine ganz andere Aufstellung bzw. Sitzordnung im Orchestergraben, die wir mit den Tontechnikern ausgeklügelt hatten. Diese orientierte sich natürlich an einer klassischen Orchesteranordnung, berücksichtigte aber auch die Notwendigkeiten der Mikrophonierung. Die Bühnendimensionen sind natürlich anders, es gab veränderte Auf- und Abtrittsmöglichkeiten für die DarstellerInnen, die unbedingt einhalten werden mussten, da die Beleuchtung darauf ausgerichtet und einprogrammiert worden war. Bei Auftritten aus der falschen Richtung stand man u.U. im Dunkeln. Bereits bei den Proben im PZ der Schule wurde der Boden mit vielen kleinen farbigen Markierungen versehen, wer oder was wann wo stehen musste, um im rechten Licht zu stehen. Die Wahl des geeigneten Nebels war auch nicht so einfach, ob Trockeneis, Hazer oder Glaciator? Hauptsache, es wabert nichts nach unten ins Orchester… Außerdem musste der Sarg punktgenau auf der Versenkung stehen und „das Kind“ hatte genau an einer bezeichneten Stelle „zu sterben“, ansonsten konnte das mit der Fahrt in die Tiefe nichts geben. Und ohne helfende Hände, die unten „ausluden“, konnte die Versenkung nicht schnell genug wieder hochgefahren werden und die Tänzerinnen liefen Gefahr, ins Loch zu fallen. Solche Probleme haben wir im PZ nie.

Wahrscheinlich war für viele Mitwirkende gerade dieser Blick hinter die Kulissen eines professionellen Theaterbetriebs besonders faszinierend: Wann wird man schon in einem Sarg „versenkt“, bekommt vom Maskenbildner eine handgeknüpfte Perücke angepasst oder darf mit echtem Theaterblut (mit welchem Geschmack auch immer ;)) zubeißen? Wie hoch ist eigentlich so ein Schnürboden und wie kommt man schnellstmöglich auf die Proszeniumsloge oder die Galerie ohne sich im Gewirr der Türen und Gänge zu verlaufen, zumal, wenn alles dunkel ist? Oder: wie findet man überhaupt den Weg zum Ausgang des Theaters, wenn es überall so gleich aussieht…? Nach drei Tagen fanden wir den übrigens immer schneller!</p>
Wahrscheinlich haben alle ihr persönliches Highlight dieser Tage und das ist auch gut so, es war jedenfalls ein tolles Gemeinschaftserlebnis mit einem tollen Gesamtergebnis!

Corinna Windhoff

Einen Schülerbericht von Annika Kudla und den Flyer zu dem Musical Dracula finden Sie hier.

Berichte über die Aufführungen finden Sie im Pressearchiv