Das Thema Oper gehört erfahrungsgemäß nicht zu den Dingen, mit denen sich Jugendliche von sich aus gerne beschäftigen möchten, haften ihr doch die Klischees "altmodisch", "langweilig" und "nur was für alte Leute" an. Dies Vorurteile galt es zu überwinden, als gleich zu Beginn des Schuljahres die Oper "Tosca" von Giaccomo Puccini zum Unterrichtsgegenstand des Differenzierungskurses Kunst/Musik (Jgst. 9) wurde.
Nachdem zunächst alle Ängste vor dem Thema sowie Vorurteile benannt waren, ging es gleich zur Sache: Was gibt es eigentlich für Stimmfächer in der Oper, warum singen immer alle so hoch (erstaunlicherweise ist das dann doch nicht so), wovon singen die eigentlich und warum ausgerechnet auf Italienisch? Die Musik von "Tosca" war dann doch gar nicht so schlimm, wie alle gedacht hatten und nachdem die Handlung mit all ihren Verwicklungen bekannt war und die Emotionen der SängerInnen nachvollziehbar wurden, wurde auch die Musik nachvollziehbarer und klang sogar streckenweise sehr schön und ergreifend. Im szenischen Spiel wurden wichtige Szenen nachgestellt, was allen viel Spaß machte.
Der Besuch des Dramaturgen Thorsten Klein von den Wuppertaler Bühnen brachte neue Erkenntnisse bezüglich der wichtigsten musikalischen Motive in "Tosca" und bereitete den Kurs auf den Höhepunkt der Unterrichtsreihe vor, nämlich den Opernbesuch! Was ziehen wir denn an? Herr Klein beruhigte alle, dass man sich so kleiden solle, wie man sich wohlfühlt, man müsse sich nicht extra für die Oper "verkleiden". Dennoch haben sich dann alle ziemlich in Schale geworfen, wie man am Beweisfoto sehen kann. Am 3. Oktober (Feiertag!) war für unser Starfoto vor dem Opernhaus aber auch ein Superwetter :)! Neben dem Differenzierungskurs hatten sich noch etliche "freiwillig interessierte" SchülerInnen gefunden, die Lust auf "Tosca" hatten und somit waren wir mit annähernd 40 CDGlern live dabei, als die Sängerin Tosca und ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, ihre schicksalhafte Begegnung mit dem römischen Polizeichef Scarpia haben...

Nach dem Opernbesuch gab es viele offene Fragen, da die Inszenierung sich nicht immer an das hielt, was im Libretto notiert war. Doch Herr Klein war gerne bereit, noch ein zweites Mal zu uns zu kommen und so wurden die meisten Verständnisprobleme gelöst. Im Nachhinein fanden die SchülerInnen die Beschäftigung mit einer Oper auch gar nicht so schrecklich wie befürchtet, zumal der Opernbesuch schon sehr eindrücklich war, wie die meisten bestätigten.
Und? Wollen wir uns noch eine Oper ansehen, eine, die ganz anders ist? Warum eigentlich nicht, so schlimm war es doch gar nicht. Und so sind wir am 10. Dezember dabei, wenn im Wuppertaler Opernhaus die Oper "Hansel und Gretel" von Humperdinck aufgeführt wird. Zumindest die Handlung dürfte ja allen bekannt sein...

Corinna Windhoff